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Donnerstag + Freitag: Jeder Berg eine andere Landschaft...

Am Donnerstagmorgen gings dann los für den Zweitagesritt... Zuerst mal holten wir noch die beiden Mitreiter ab, die nette Schweizerin Denise und den typisch-Ami-Ami Phil, der am nächsten Morgen doch tatsächlich Mais mit Marmelade und Chilisoße aß und darein noch sein süßes Brötchen tunkte.

Kurz vor der ersten Raststätte meinte dann unser Packpferd, das ohne Reiter mitlief, umkehren und Richtung Hof galoppieren zu müssen, und bis das dann zurückkam, hatten wir schon alles Picknick-Zeug vor genialer Vulkantal-Kulisse ausgepackt. In der Ferne war schon jener seltsame, von den ecuadorianischen Ureinwohnern errichteter Hügel zu sehen, der sich fast nahtlos ins Bild der umstehenden Berge einfügte, die typische T-Form aufwies und in grauer Vorzeit den Boden für die Holztempel der Ureinwohner bildete. Unheimlich :-) , vor allem, weil noch immer keiner weiß, wie sie damals die Steinblöcke, die den Boden des DInges bilden, hierherbrachten - in dieser Gegend gibt und gab es solche Teile nicht.

Weiter ging's auf einem höllisch schmalen Pfad, von dem es linker Hand einen gut zweihundert Meter tiefen, mit Gestrüpp bewachsenen Hang hinabging - und die Pferde trabten munter auf, bauten den ein oder anderen Galoppsprung ein, sodass Höhenangst-Denise tausend Tode starb, waren dabei aber absolut trittsicher und rutschten nicht ein einziges Mal aus.

Wir passierten absolut einsame Lehmhüttchen (Hausbausteine gibts in der Gegend nicht) mit Maulesel vornedran, ohne Strom, spielenden Kindern, flatternder Wäsche, klapprigen Kläffern und modernstem Plastiktütchen-Fastfood-Müll am Hang unter dem Küchenfenster; begegneten Bananen- und Kaffeepflanzen (für einen Suchtie wie mich fast ein heiliger Moment *ooohm*) und fanden sogar eine winzig kleine Schule, die es trotz der Einsamkeit überall hier gibt, inklusive frisch betoniertem Fußballplatz (für den Fortschritt :-) ).

Unser freilaufendes Packpferd machte immer wieder Stress, galoppierte in jeden abzweigenden Weg und amüsierte sich wirklich wie ein kleiner Junge, dass er frei war und wir ihn davon nicht abhalten konnten...

Schließlich erreichten wir die "Hauptstraße" dieser Gegend, eine staubige Sandpiste, daran als Hauptstraße zu identifizieren, dass uns drei Pärchen auf Maultieren entgegengaloppiert kamen und eine Indiofamilie auf Familienausflug mit Pony. :-D Am späten Nachmittag erreichten wir unsere Hütte für die Nacht, und hier erreichte die den ganzen Tag über in allem Ernste des Wortes unbeschreibliche Aussicht ihren Höhepunkt: Aus der Hüttentür (die zwar keinen Strom, dafür aber eine Solardusche hatte) tretend blickten wir in das sich zum Meer hin öffnende Tal des Guayabamba, ein reißender weißer Strom-Streifen in der Tiefe, der die Anden vollends durchschneidet und mit dem verrückte Rafter schon länger liebäugeln. Im abendlichen Andenglühen erstrahlten einige Baumreihen an den seitlichen, steilen Hängen in rotgoldenen Farben, der Rest lag bereits in bläulichem Dunst, und ich saß nach dem Duschen und Entfernen von geschätzten vier Kilo Sand und Staub aus meinen Haaren auf der Veranda und hörte dieses eine Lied, was mich aus irgendwelchen Gründen schon immer an Ecuador erinnert (für alle, die das nachfühlen wollen: "Amor Genuino" - Zion y Lennox , vllt erinnerts euch ja auch an Anden und Pferde und Sonnenuntergang :-) ) 

ZUm Abschluss gabs ein Vier-Gänge-Menü, von dem die Hälfte der Hund bekam, weil die Chefin (hat bis sie 12 war in Österreich gelebt und spricht noch immer Deutsch mit wiener Akzent :-D ) immer furchtbar enttäuscht ist, wenn man nicht alels aufisst :-) Wir Damen gingen danach press schlafen, während Phil noch eine Runde Billard spielte mit Pferdewart German (der übrigens vor kurzem seiner Frau ein blaues Auge gehauen hat, weil er dachte, sie ginge nachts zu Luis, dem Bösen, dabei ist sie einfach aufs KLO, und Astrid weiß jetzt nicht, ob sie ihn wieder feuern soll... Dabei ist er im Grunde total harmlos. Die ärmere Bevölkerung kennt es leider noch nicht anders, als dass Männer betrügen und Frauen schlagen - es dürfte schwierig sein, hier einen Pferdewart mit europäischen Wertvorstellungen zu finden...). DIe beiden verstanden sich blendend, obwohl sie eigentlich KEIN WORT voneinander verstanden :-D

Am nächsten Morgen gings dann unheimlich früh los, denn die zweite Etappe sollte noch länger sein als die erste - und noch abwechslungsreicher. Wir kamen immer weiter in warmes Gebiet, die Aussicht auf den Guayabamba wechselte in Aussicht auf 4500 Meter hohe Andengipfel im blauen Dunst, wegen zu spät beginnender Regenzeit karge Täler mit indischen Kühen, die ja so wunderschön sind, ganz samtige Haut mit feinem Fell (ja, ich finde tatsächlich KÜHE schön :-) ), an Wasserfällchen in Wegkurven oder -senken, die plötzlich total grün waren und umflattert von Schmetterlingen... an weiteren Hütten, wo Indios wie vor hundert Jahren ihre Felder bestellten und auf abgebrannten (die von Bauern gelegten Brände zum Zweck neuer Landerschließung sind ein Riesenproblem, sie verursachen nur Waldsterben und Erosion..) Hängen angepflanzte Agaven, erschrockene Kühe und Esel auf dem Weg, öde weite Weizenfelder, erkaltetes Lavaland, das aussah wie aus dem ersten Teil von In einem Land vor unserer Zeit, noch mehr Jurassic-Park-Hügel und schließlich ein tropisch bewachsener Berg mit Libellen... Die letzte Etappe führte durch den moosbewachsenen Märchen-Urwald, wo German begeistert wie ein kleines Kind mit der Machete auf Bambus und Büsche einschlug, und uns damit das Vorwärtskommen eigentlich mehr erschwerte als erleichterte. Zwischen dichten Büschen mit Blättern groß wie Kopfkissen gab der Urwald immer wieder den Blick in den Krater frei, erstaunlicherweise noch mti Sicht ohne Nebel, und einfach wunderschön.

Zu guter Letzt bleibt nur zu hoffen, dass die Fotos was geworden sind, obwohl ich immer IM Reiten fotografierte... :-D 

Als wir gegen Fünf am Hof ankamen, rief prompt Anais an mit dem Freitagabendprogramm in der Tasche. Aber davon mehr im zweiten Teil. ;-)

2.11.09 14:56
 


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